Viele Eltern kennen diese Situation:
Das eigene Kind steht am Rand, klammert sich an Mama, beobachtet erst einmal alles aus der Ferne. Während andere Kinder scheinbar mühelos mitmachen, braucht das eigene Kind Zeit. Sehr viel Zeit.
Dann kommt die Frage auf: Ist das noch normal?
Gerade im Kindergarten- und Grundschulalter ist Zurückhaltung erst einmal nichts Ungewöhnliches. Viele Kinder brauchen eine Weile, um sich in neuen Situationen sicher zu fühlen. Sie schauen zu, prüfen, sammeln Eindrücke. Oft reicht ein wenig Zeit und Nähe, und das Kind taut von ganz allein auf.
Entscheidend ist jedoch nicht, dass ein Kind vorsichtig ist, sondern wie lange und wie stark diese Vorsicht den Alltag bestimmt.
Manche Kinder sind nur anfangs zurückhaltend und öffnen sich dann. Sie fangen an zu sprechen, Kontakte zu knüpfen, sich langsam zu lösen. Diese Kinder haben Interesse an ihrer Umgebung. Sie brauchen lediglich einen sicheren Rahmen.
👉❗Anders ist es, wenn ein Kind sich dauerhaft zurückzieht. Wenn es kaum spricht, andere Kinder meidet, Situationen konsequent vermeidet und sich fast ausschließlich an Mama bindet. Wenn Eltern berichten, dass ohne Mama nichts geht und das Kind ohne diese Sicherheit kaum handlungsfähig ist. Dann lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
In meiner Praxis sehe ich häufig Kinder, bei denen diese starke Ängstlichkeit nicht plötzlich entstanden ist, sondern sich schleichend entwickelt hat. Oft gab es belastende Phasen, frühe Trennungen, medizinische Eingriffe, Überforderung oder emotionale Unsicherheit. Manchmal sind es auch sehr sensible Kinder, die die Welt intensiver wahrnehmen und sich dadurch schneller überfordert fühlen.
Ich selbst bin hochsensibel und begleite seit vielen Jahren Menschen mit Angststörungen. Genau deshalb ist mir eines besonders wichtig: frühzeitig hinzusehen. Nicht, um ein Kind zu problematisieren, sondern um es zu schützen. Denn Ängste, die früh verstanden und begleitet werden, müssen sich nicht verfestigen.
Im gemeinsamen Gespräch mit den Eltern schauen wir uns in meiner Praxis die Entwicklung des Kindes ganzheitlich an. Von der Geburt bis heute. Gab es besondere Ereignisse, Veränderungen oder Auslöser? Wie reagiert das Kind in bestimmten Situationen? Wie zeigt sich die Angst körperlich oder emotional?
Genauso wichtig ist mir die Umsetzung im Alltag. Denn Unterstützung findet nicht nur in der Praxis statt, sondern vor allem zu Hause. Eltern bekommen von mir klare, alltagstaugliche Impulse, wie sie ihrem Kind Sicherheit geben können, ohne Druck aufzubauen. Wie sie Vertrauen stärken, statt Angst zu verstärken.
Wenn du als Mutter oder Vater das Gefühl hast, dass dein Kind mehr als nur eine Phase durchlebt, nimm dieses Gefühl ernst. Du kennst dein Kind am besten.💚😉
In den kommenden Wochen werde ich zu diesem Thema auch Videos veröffentlichen, in denen ich noch genauer erkläre, worauf Eltern achten können und wie sie ihr Kind liebevoll begleiten können.
Und wenn du dir unsicher bist, ob das Verhalten deines Kindes noch zur normalen Entwicklung gehört oder ob es sinnvoll ist, genauer hinzuschauen, melde dich gern oder
nutze das 👉kostenlose Vorgespräch .
